
Warum ich tue, was ich tue
Als ich mein erstes Pferd gekauft habe, war ich selbst noch nicht mobil.
Ich war auf Dienstleister angewiesen – und genau dort begann mein Unbehagen.
Die Erfahrungen waren ernüchternd.
Ich wurde als Pferdebesitzerin belehrt, bevormundet oder nicht ernst genommen.
Fahrzeuge wirkten ungepflegt, der Umgang mit Pferden grob, mit Menschen respektlos.
Oft blieb bei mir nur eine Frage zurück: Kommt mein Pferd hier wirklich sicher an?
Hinzu kam die Erkenntnis, dass Anhänger und klassische Transportlösungen für viele Pferde eine massive Herausforderung darstellen.
Ich begann früh, Dinge zu hinterfragen, Trennwände zu entfernen, Raum neu zu denken – und merkte schnell: Es geht auch anders. Ruhiger. Pferdegerechter.
In den folgenden Jahren habe ich intensiv mit Pferden gearbeitet, zahlreiche Horsemanship-Kurse besucht und mich weitergebildet.
Mit der Ausbildung zur Tierkommunikatorin wurde mir endgültig klar, was ich zuvor schon gespürt hatte:
Das, was Menschen für „sicher“ oder „richtig“ halten, hat oft wenig mit dem zu tun, was Pferde tatsächlich brauchen.
Gerade im Verladeprozess habe ich in den letzten Jahren eine erschreckende Normalität von Gewalt erlebt.
Zeitdruck, Zwang, Lautstärke, Hilfsmittel – häufig gerechtfertigt mit Erfahrung oder Tradition.
„Das machen wir seit 30 Jahren so“ ist jedoch kein Argument, wenn es auf Kosten von Vertrauen, Ruhe und Tierschutz geht.
Ich habe mich bewusst entschieden, diesen Umgang nicht hinzunehmen.
Nicht wegzuschauen. Nicht mitzumachen.
Als Unternehmerin mit über 20 Jahren Erfahrung weiß ich zudem:
Qualität braucht Struktur, Zeit und faire Preise.
Nur wer verantwortungsvoll kalkuliert, kann sein Angebot dauerhaft aufrechterhalten – ohne sich selbst auszubeuten und ohne diese Belastung an Tiere weiterzugeben.
Mein Ansatz ist deshalb klar:
Ich schaffe einen Rahmen, in dem Pferde gesehen werden, Menschen zur Ruhe kommen dürfen und Transporte nicht unter Zeit- oder Kostendruck stattfinden.
Nicht perfekt, nicht nach Schema F – sondern angepasst an das jeweilige Pferd.
Das ist der Grund, warum ich tue, was ich tue.
Und warum ich es genau so mache.